Samstag, 28. Juli 2012

100 Muffins backen oder Buttercrème als Hauptmahlzeit

Musik: Florence+The Machine - Ceremonials
Störköche: Franzi, Thomas, Pia

















Zwei liebe Freunde haben geheiratet. Es gab keine Torte, dafür über hundert Muffins. Ich könnte viel schreiben.
Über fünfzehn Packungen Puderzucker. Darüber, wie die von F. lässig weil beiläufig schokolierten Erdbeeren und löffelweise Buttercrème zur unvermeidbaren Hauptmahlzeit wurden. Über den Kleiderkauf in den letzten Tagen vor dem Fest. Über ein liebevoll protokolliertes Cupcake-Casting. Über die Vogelhochzeit. Über logistische Herausforderungen. Über das Paar, welches lieber im VW-Bus mit Büchsenkette als im bereitstehenden BMW mit Blumenschmuck vom Standesamt zum Empfang fuhr.

Über Freudentränen und tanzende Herzen. Hach.

Mach ich aber nicht. So sah das aus:




















































































































































































Wer heiratet bald? Ich würds wieder tun.

Dienstag, 5. Juni 2012

Abstiegschancen

Musik: Eduard Khil - Голубые города
















 Bonjour Tristesse. Die traurigste Mahlzeit ever. Für mich ist es gerade eine gleichermaßen aufregende wie angsteinflößende Zeit. Ich verschicke mein Leben in großen braunen Umschlägen. Ich lasse mich mit möglichst offener und kompetenter Miene fotografieren. Ich rechne jeden Tag aufs Neue Chancen und Wahrscheinlichkeiten aus. Ich koche kaum bis gar nicht. Zwischen Arbeitsamtbesuchen mit ernüchternder bis bedrohlicher Atmosphäre..

[Security: Sind sie berufstätig?
           A.: Nein, aber..
 Security: Wenn Sie nicht berufstätig sind, kommen Sie hier nicht rein.
            A: Aber ich habe einen Term..
 Security: Wer keine Arbeit hat, kommt hier heute nicht rein, hab ich gesagt.]

und vorsichtigem Optimismus nach dem ersten Bewerbungsgespräch kommt meine Küche leider viel zu kurz. Stulle mit Magarine und Salz, sowas von zu kurz!

















Passenderweise lese ich grade Kuttners 'Wachstumsschmerz', keine aufbauende Lektüre. Lichtblicke sind allein die Italienmitbringsel von den Lieben, die ich hoffentlich bald zu einem netten Pasta-Post verarbeite. 'Wer unten liegt, muss kochen!', hat mir eine Freundin als Botschaft für die echte Krise mitgegeben. Nun denn, ich liege nicht mehr unten, ich orientiere mich. Und stelle mir vor, wie ich eigentlich morgens ohne Sorgen wär.

Donnerstag, 19. April 2012

Fluffige Hirtentäschel-Pfannkuchen

Musik: Of Monsters and Men - Into The Woods

















An diesem perfekten Waschtag - sonnig und windig - gibt es bei mir Hirtentäschel-Pfannkuchen. Hirtentäschel ist in meiner Erinnerung irgendwie mit Gänseblumenkränzen, den heißumkämpften höhlenbautauglichen Büschen am Schulhof und - jaaa!? - Wäscheleinen verknüpft. Seltsamerweise hieß das Kraut bei uns Käseblättchen. Eine kindliche Wortschöpfung, denk ich mal? Schmeckt jedenfalls nicht nach Käse, sondern nach Vorfreude und Sommer.

















Hirtentäschel-Pfannkuchen aus Dinkel-Mineralwasser-Teig, dazu gibt's einen Hüttenkäse-Dip mit Tomaten.

















Was ist drin? Dinkelmehl 630, Blütenhonig, Mineralwasser mit Kohlensäure, Eier, Meersalz, Pfeffer, Olivenöl, Knoblauch, körniger Frischkäse, Cherry-Rispentomaten, ein kleiner Strauß Hirtentäschel-Kraut (nicht in Straßennähe pflücken), Soja-Magarine für die Pfanne