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Montag, 18. Juli 2011

Orient-Express-Süppchen

Musik: ReLu & The Chehade Brothers live@Music Hall Beirut

















Montags kochen klappt für gewöhnlich nicht, weil erstens bin ich fürchterlich wochenendmüde, zweitens hab ich oft weder geschafft, einzukaufen, noch meine ebenso wochenendgeschlauchte Küche aufzuräumen. Aber heute abend ist es zumindest in C.’s WG-Küche passabel aufgeräumt, und einen kleinen Einkauf habe ich auch geschafft. Es gab eine kleine feine Orient-Express-Suppe, sozusagen beinahe Instant. Dafür braucht man Mohrrüben, eine dicke Süßkartoffel, Möhrensaft, schwarzen Pfeffer, Koriander, ein wenig Curry und Trebbiano rubicone del Emilia-Romagna, aus der Nähe Venedigs. Man kombiniere ljuta krompir čorba aus Jimbolia mit ciorbă de legume aus Rumänien, füge ein wenig Haloumi aus Thessaloniki hinzu und schmecke das Ganze mit Fleur de Sel de Guérande ab. Warschau wird durch das von mir heißgeliebte Matrjoschka-Brettchen repräsentiert. 13 Minuten und dann... hmmmmm.


Dienstag, 28. Juni 2011

Falsche Ziege aus Extrema.. dings

Musik: Dire Straits - Sultans of Swing 
Störkoch: Stine




Planung ersetzt den Zufall durch Irrtum. Eine Spur neben dem originalen Rezept und dem ursprünglichen Zeitrahmen gelang S. heute durch optimierten dualen Bräter-Einsatz sogar in meinem Ofen der spanische Hase.



Das sei eher so ein Wintergericht, hat S. gesagt. Wild. Kräftiger Rotwein. Aber wie es mit den Vorhaben zum Jahresbeginn so ist, wir kommen erst am Siebenschläfertag dazu. Und trinken Rueda Verdejo statt Rioja, bei den 28°C da draußen. Es sei ein Armeleute-Essen aus Extremadura, Spanien, hat S. auch gesagt. (Nicht zu verwechseln mit Estremadura, Portugal.)  Die Leute hätten ja dort nur Ziegen. Aber statt al horno geriet unser Paletilla ziemlich de conejo und das reichlich dekadent. Was haben wir falsch gemacht??



 Nichts! Ob nun durch das Zwiebelbett, durch die Magie des wunderschönen kleinen Rezeptbuches von S., durch mein Opfer für die perfekten almendras fritas in Form von Brandblasen oder S. beherzteVeterano-Tränkung des Mümmlers vor der großen Hitze - meine Küche, den Vorlieben und Fähigkeiten nach sonst eher eine cuisine oder cucina, verwandelte sich für einen Abend zur cocina.



Sonntag, 9. Januar 2011

A Gentlemen's Agreement

Musik: somafm - illinois street lounge
Störkoch: Christian


Worum geht es wohl zwischen zwei mehr oder weniger erwachsenen Männern? Um Fleisch, viel Fleisch und eine Gitarre. Ein Ehrenhandel der besonderen Art: Mahlzeit gegen Instrument. Um der gehobenen Vereinbarung gerecht zu werden gab es nicht nur eine, nicht etwa zwei, nein drei Sorten Tier, und für das Wohlbefinden der Damen auch vegetarische Beilagen. 4 Personen, 4 Pfund Fleisch, 4 Flaschen Wein. Huzzah!

Montag, 27. Dezember 2010

EnteEnteEnteEnteEnteEnteEnteEnteEnte ... Rotkohl.

Musik: ameliese on youtube
Störkoch: Christian

Es ist Zeit, schreiend im Kreis zu rennen! Bei mir gab es Entenbraten. Echte, glückliche, freilaufend aufgewachsene, liebevoll mit der Hand geschlachtete Ente. Wir haben sie Mariken getauft und mit viel Respekt und Fürsorglichkeit zubereitet. Es folgt das Küchen-Logbuch des 25.12.2010.

08:30 Uhr
  • Aus dem Bett gequält, keinen Hunger. Kaffee!
  • Ente aus dem 24-stündigen Kühlschrankschlaf geholt.
  • Tisch ausgeklappt und umgestellt, Oberflächenvergrößerung. Auf die Größe der Küche geflucht. Schnell noch den Wochenabwasch nachgeholt (huch).
10:25 Uhr
  • Störkoch C. ist eingetroffen.
  • Zutaten und Messer zusammengesucht.
  • Ente getauft.
  • Arbeitsteilung: C. macht Rotkohl, A. kümmert sich um Mariken und die Klöße.
     10:45 Uhr
    • Zwiebeln gehackt. Zusammen geheult, weil die Schalotten so gut waren.
    • Kaffee getrunken. Knoblauchzehe in Kaffee geworfen, erst 5 min. später entdeckt, C. verschwiegen, um Störung durch Lachanfälle zu vermeiden.
    • Füllung (Zwiebeln, Backpflaumen, Aprikosen, Knoblauch, Apfel, Birne, Orangenmarmelade) in Rotwein und Rum eingelegt.
    • Speck gewürfelt. Rotkohlkopf in feine Streifen geschnitten.
    • Mariken den Hals abgetrennt (C.), die Innereien entfernt (A.), versucht, die komplette Hand reinzustecken (C.),  gründlich gebadet und abgetupft, innen und außen mit Salz und Pfeffer eingerieben (A.).
    11:27 Uhr
    • Mariken vierhändig (2,9 Kilo!) von beiden Seiten scharf angebraten, mit Honig und Gewürzen eingestrichen, gefüllt, mit trockenem Brötchen verstöpselt, mit Alufolie zugedeckt und in den Ofen gesteckt.
    • Rotkohlfront: Problem mit Topfgröße. Schmalz, Speck und Zwiebeln erhitzt, 2/3 des Rotkohls damit runtergeschmort, den Rest des Rotkohls später dazugegeben.
    11:50 Uhr
    • Rotkohl gewürzt. Ca.3-5 Pimentkörner, 5 Nelken, 3 Lorbeerblätter, Pfeffer, Salz. Kleingewürfelten Apfel dazugegeben.
    • Mariken ist auf Temperatur.
    • Kartoffeln für die Klöße angesetzt.
    12:34 Uhr
    • 2. Abwasch
    • Rest der Wohnung in Ordnung gebracht, die Eltern kommen ja.
    • Zum vierten Mal unter Marikens Alu-Decke geguckt, ob sie noch da ist.
    • Rotkohl abgeschmeckt. Beschlossen, mit Gemüsebrühe zu schummeln.
    • Kloßteig aus Kartoffeln, Gries, Vollkornmehl und Ei zusammen gepampt. Nerven verloren, weil Teig zu weich. Viel zuviel Mehl..
    13:16 Uhr
    • Marikens Decke abgefriemelt. Heiße Phase. 
    • Rotkohl perfekt.
     13:55 Uhr
    • Tisch wieder gedreht und gedeckt. 
    • Wasser für Klöße aufgesetzt.
    • Mariken ein letztes Mal mit Honig-Kräuter-Mischung bepinselt.
    • Klöße mit optimierter Vier-Hände-Kloßform-Abseih-Arbeitsteilung gegart.
    14:19 Uhr
    • Die Gäste sind da!
    • Wein geöffnet.
    • Ofen aus.
    • Mariken aus ihrem Bräterbettchen in eine Auflaufform gehoben. 
    • Zuviel Ente und zu viele Beilagen für ZU WENIG PLATZ!!!
    14:45 Uhr
    • Im bösen Schrank nach Edelstahl-Becher gesucht. Bratensud mit ein wenig Rosé und Pürierstab zur Soße verarbeitet. Wie Bolle gefreut. Genascht .. äh abgeschmeckt. Umsonst Soßenbinder aus Mehl angerührt.
    • Mariken mit Geflügelschere zerteilt. Hin und her überlegt und gegen unerwartet starken Knochenbau gekämpft.
    • Fotos gemacht und hungrige Meute aufs Essen warten lassen.
    15:03 Uhr
    • Fertig. Juhu.

    Sonntag, 31. Oktober 2010

    Guten Tag

    Heute geht es los.
    Ich werde fortan aus meiner Küche berichten.
    Gegen den Katzenjammer gibt es jetzt die sehr rustikale und gut durchgezogene soupe à l'oignon vom Freitagabend. Hmmmm.


    Freitag Horrorfilmnacht - Samstag Feierei  - Sonntag Küchenchaos