Dienstag, 5. Juni 2012

Abstiegschancen

Musik: Eduard Khil - Голубые города
















 Bonjour Tristesse. Die traurigste Mahlzeit ever. Für mich ist es gerade eine gleichermaßen aufregende wie angsteinflößende Zeit. Ich verschicke mein Leben in großen braunen Umschlägen. Ich lasse mich mit möglichst offener und kompetenter Miene fotografieren. Ich rechne jeden Tag aufs Neue Chancen und Wahrscheinlichkeiten aus. Ich koche kaum bis gar nicht. Zwischen Arbeitsamtbesuchen mit ernüchternder bis bedrohlicher Atmosphäre..

[Security: Sind sie berufstätig?
           A.: Nein, aber..
 Security: Wenn Sie nicht berufstätig sind, kommen Sie hier nicht rein.
            A: Aber ich habe einen Term..
 Security: Wer keine Arbeit hat, kommt hier heute nicht rein, hab ich gesagt.]

und vorsichtigem Optimismus nach dem ersten Bewerbungsgespräch kommt meine Küche leider viel zu kurz. Stulle mit Magarine und Salz, sowas von zu kurz!

















Passenderweise lese ich grade Kuttners 'Wachstumsschmerz', keine aufbauende Lektüre. Lichtblicke sind allein die Italienmitbringsel von den Lieben, die ich hoffentlich bald zu einem netten Pasta-Post verarbeite. 'Wer unten liegt, muss kochen!', hat mir eine Freundin als Botschaft für die echte Krise mitgegeben. Nun denn, ich liege nicht mehr unten, ich orientiere mich. Und stelle mir vor, wie ich eigentlich morgens ohne Sorgen wär.

Kommentare:

  1. Ach liebe Ameliese,
    jetzt bin ich auch ganz traurig.
    Als mein damaliger Freund sich von mir getrennt hatte und ich auf einer Hochzeit wohl etwas betreten dreinblickte sagte meine Tante zu mir: "Auch für dich scheint mal wieder die Sonne."
    Recht hatte sie und der gleiche Spruch gilt auch für dich.
    Warte es nur ab. :-)
    LG
    Sissi

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  2. Hallo Amelie,

    ich hoffe, die Tristesse wird bald verflogen sein, wenn Du in deinem neuen Job aufblühst... :-)

    Nico P.

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